IT-Anwendungen
In der Bundeswehr existieren eine Vielzahl von IT-Anwendungen, die die Arbeitsabläufe in vielen Aufgabenbereichen optimieren.
Über Jahrzehnte hinweg wurden IT-Anwendungen zur Unterstützung einzelner Führungs- und Fachaufgaben in der Bundeswehr isoliert voneinander entwickelt. Der Zwang zur permanenten Rationalisierung und der sich stetig beschleunigende technologische Fortschritt führt bei Beibehaltung der bisherigen IT-Anwendungen allerdings zu stetig steigendem Wartungs- und Regenerationsaufwand sowie zunehmend unbeherrschbarer Komplexität und Intransparenz der Programme. Teure Mehrfachentwicklungen, redundante Datenerfassung und –speicherung können nicht ausgeschlossen werden und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, durch zunehmende Dateninkosistenzen den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen. Auf dem Weg zur Optimierung und Effizienzsteigerung bei der Aufgabenerfüllung der Bundeswehr ist daher die Standardisierung und Vereinheitlichung der IT-Unterstützung eine zentrale Aufgabe.
Eine herausgehobene Bedeutung hat hierbei die Einführung von SASPF. Dabei handelt es sich um standardisierte, integrative und in Industrie und Wirtschaft verbreitete Softwareprodukte – sogenannte Standard-Anwendungs-Software-Produkt-Familien.
In Kenntnis der Schwachstellen bislang genutzter administrativer und logistischer Verfahren werden bei der Einführung von SASPF die Arbeitsabläufe im Einklang mit den Zielsetzungen der Bundeswehr neu gestaltet. Weil standardisierte, handelsübliche Software aber nicht auf die speziellen Belange der Bundeswehr zugeschnitten ist, wurde aus einem ursprünglich reinen IT-Projekt zur Einführung eines neuen Softwareproduktes inzwischen auch ein umfangreiches Organisationsprojekt. Ein weiterer Meilenstein der Bundeswehr auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Informations- und Kommunikationstechnologie stellt die Vertragsunterzeichnung (28. Dezember 2006) des im Rahmen der öffentlich-privaten Partnerschaft durchzuführenden IT-Projekts HERKULES dar.
Die Bundeswehr gründete dazu mit Siemens Business Services GmbH & Co. OHG (SBS) und IBM Deutschland GmbH (IBM) das Gemeinschaftsunternehmen BWI Informationstechnik GmbH. 50,1% der BWI-Anteile halten die Partner SBS und IBM, der Bund ist als Minderheitsgesellschafter zu 49,9% beteiligt. Im Rahmen des Projekts HERKULES wird im Inland die Kommunikations- und IT-Plattform der Bundeswehr im stationären Grundbetrieb modernisiert und vereinheitlicht. Hervorzuhebende Leistungsmerkmale sind die Ausstattung und der Betrieb von 140.000 IT-Arbeitsplätzen, 300.000 Festnetztelefonen, 15.000 Mobilfunkgeräten sowie der Rollout von SASPF für 45.000 Nutzer.
Der Vertrag läuft über 10 Jahre und hat ein Finanzvolumen von circa 7,1 Milliarden Euro.
