NATO-Pipeline nach 30 Jahren endlich komplett
Das zentraleuropäische NATO-Pipeline-System (CEPS – Central European Pipeline System) ist endlich komplett. Der Präsident der Wehrbereichsverwaltung Süd, Götz-Friedrich Baron von der Ropp, übergab am 21. Oktober 2008 das neu errichtete Teilstück der CEPS an die Fernleitungsbetriebsgesellschaft (FBG). Bei der Informationsveranstaltung im Tanklager Aalen gaben alle Projektbeteiligten Einblicke in ihren Beitrag zu diesem technischen Meisterstück.
Technische Höchstleistungen vollbracht

„Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen“, zitierte Präsident von der Ropp den österreichischen Komponisten Anton Bruckner. „Dieses Zitat passt auf das nun fertige Rohrleitungssystem, da es die große Sorgfalt zum Ausdruck bringt, mit der zu Werke gehen muss, wer – wie hier geschehen - eine technische Höchstleistung vollbringen will.“
Spezielle Bohrverfahren

Die beauftragten Firmen verlegte in gut 1,50 Meter Tiefe 80 Kilometer Rohrleitung von Aalen nach Leipheim und meisterte dabei viele technische Herausforderungen. Die Donau etwa wurde mit einem speziellen horizontalen Bohrverfahren auf 690 Meter Länge punktgenau unterquert sowie zahlreiche Bundesstraßen und Eisenbahnstrecken unterfahren. Auch führt die Trasse durch wasserschutzrechtlich hochsensibles Gebiet.
Frühgeschichtliche Funde

Bei den Grabungen zum Bau der Pipeline stieß man auf umfangreiche frühgeschichtliche Funde, die mit einer Ausstellung in Nördlingen der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Unter anderem wurden zwei Skelette mit Kopfschussverletzungen geborgen, die wie der Leiter des Staatlichen Hochbauamtes Reutlingen, Matthias Marks, wissen ließ, der Schlacht von Nördlingen im Jahr 1634 und der Flucht der evangelischen Schweden vor den katholischen Kaiserlichen zugeordnet werden konnten.
Der eigens aus Versailles angereiste Technische Direktor der CEPMA, Stefan Pfüller, der Leiter der Abteilung Bundesbau bei der Oberfinanzdirektion Karlsruhe, Finanzpräsident Rolf Sutter sowie der Geschäftsführer der FBG, Horst Saal, schlossen sich dem Dank für die hervorragende Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten an.
Modernes Logistiksystem, das Gefahrguttransporte entbehrlich mach
Präsident von der Ropp schloss seine Ausführungen mit der Feststellung, das die NATO-Pipeline keineswegs das Relikt aus dem Kalten Krieg sei als das sie gerne hingestellt werde. „Es handelt sich vielmehr um ein modernes Logistiksystem, das etwa 9.700 Gefahrguttransporte pro Jahr auf der Straße entbehrlich macht und damit auf umweltfreundliche Weise die Versorgung der NATO-Streitkräfte mit Treibstoff sicherstellt.“
