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Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft in München gegründet

München, 19.04.2010, WBV Süd.
Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil und Michael Brod, Präsident der Wehrbereichsverwaltung Süd, gaben am 19. April in München den Startschuss für das neue Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft (BzBwWi) München. Das Arbeitsgremium soll die Rückkehr junger Soldatinnen und Soldaten in den Zivilberuf fördern und den Personalkreislauf Bundeswehr-Wirtschaft in der Region Oberbayern stärken.

Blick ins Publikum
Wirtschaftsminister Zeil und Präsident Brod in der ersten Zuhörerrreihe (Quelle: Bundeswehr /Brand- Schoder )Größere Abbildung anzeigen

Jörg Braun, Leiter des Kreiswehrersatzamtes München, bat zunächst die Gäste im Ludwig-Erhard-Saal des Bayerischen Wirtschaftsministeriums um eine Gedenkminute für die in Afghanistan gefallenen Soldaten, bevor er alle Kooperationspartner begrüßte. In seiner Rede legte Präsident Michael Brod dar, welche Gemeinsamkeiten Bundeswehr und Wirtschaft zu dieser Form der Zusammenarbeit bewegt haben. Die Förderung von Ausbildung und Beschäftigung sei überlebenswichtig für jeden, der auf qualifiziertes Personal angewiesen sei.

Neben dem gegenseitigen besseren Kennenlernen der Berufsanforderungen und Schlüsselqualifikationen in Bundeswehr und Wirtschaft gehe es beim Beratungszentrum um ganz konkrete, zum Teil bereits erprobte Modelle der Zusammenarbeit.

Vom Personalkreislauf profitieren alle

Als Beispiel nannte Brod etwa die Übernahme ausgebildeter junger Menschen als Soldat auf Zeit und deren Wiedereingliederung in die Wirtschaft nach Dienstzeitende - dann mit zusätzlichen Führungs- und Berufsqualifikationen. Insbesondere für Kurzdiener sei ein erfolgreicher Weg, von vornherein die Förderung während der Dienstzeit mit einer beruflichen Bildung direkt nach Dienstzeitende zu verbinden, das Stuttgarter Modell. Als Beispiel nannte er die Ausbildung zum Berufskraftfahrer.

Auch in anderen Berufen sei durch militärische Vorverwendungen eine verkürzte Berufsausbildung möglich, die von den Kammern aber als vollwertig anerkannt werde. Hier seien Beispiele die Fachkraft für Logistik oder Sicherheit oder die Ausbildung zum Bürokaufmann oder zur Kauffrau. Insbesondere für das Handwerk sei die Unterstützung bei der Suche nach einem betrieblichen Nachfolger sehr attraktiv.

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Win-win-Situation für Unternehmen und Soldaten

Der Berufsförderungsdienst in Bayern berät und unterstützt rund 39.000 Soldatinnen und Soldaten auf Zeit bei der Eingliederung in das zivile Erwerbsleben. „Spätestens ein Jahr nach Dienstzeitende oder nach der Ausbildungsmaßnahme sind über 92 Prozenten dieser Soldaten im Zivilberuf eingegliedert“, so Brod, „das ist schon sehr gut, aber wir können noch besser werden.“ Es seien immer persönliche Kontakte, die eine gemeinsame Aufgabe zum Erfolg führten. „Und genau da setzen wir mit dem Beratungszentrum an.“

Wirtschaftsminister Zeil war von dem Konzept des Beratungszentrums schnell überzeugt und wurde Schirmherr des Projektes. In seiner Rede mahnte er mit Blick auf die grundlegenden Veränderungen des Arbeitsmarktes ein Umdenken an. „Der Wettbewerb um vielversprechende und qualifizierte Kräfte wird definitiv zunehmen“, sagte Zeil. „Arbeitsmarktbezogene Kooperationen bieten sich vor allem dort an, wo Kreativität und Flexibilität eine gute Zusammenarbeit möglich machen.“ Unternehmen könnten über die Einstellung ehemaliger Zeitsoldaten Qualifikationen gewinnen, die sie selbst nicht oder nur mit großem Aufwand aufbauen können. Die Soldaten bezeichnete er als Leistungsträger der Gesellschaft.

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Ein Mann im Anzug nimmt eine Mappe an sich
Wirtschaftsminister Zeil nimmt zufrieden die Unterschriftenmappe (Quelle: Bundeswehr/Brand-Schoder)Größere Abbildung anzeigen

Symbiose zwischen Bundeswehr und Wirtschaft

Das Verhältnis zwischen Bundeswehr und Wirtschaft nannte Zeil symbiotisch. Die Unternehmen schöpften Werte, die es zu schützen gelte, die Bundeswehr sorge für Sicherheit. Ohne Sicherheit gebe es keinen internationalen Handel. Mit Blick auf die Auslandseinsätze der Bundeswehr betonte Zeil: „Wer sich in besonderer Weise für sein Gemeinwesen einsetzt, der hat auch die besondere Solidarität seines Gemeinwesens verdient.“

Nach Zeils Worten unterzeichneten die Kooperationspartner die Vereinbarung. Neben der Bundeswehr sind die regionale Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer für München und Oberbayern, der Bund der Selbständigen, die Kassenärztliche Vereinigung, die örtliche Agentur für Arbeit und der Arbeitskreis „Bundeswehr & Wirtschaft“ Partner des Zentrums.

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Mann mit Anzug unterschreibt Vereinbarung
Präsident Brod bei der Unterzeichnung der Vereinbarung (Quelle: Bundeswehr /Brand- Schoder)Größere Abbildung anzeigen

Zusammenarbeit auf bayerisch: „Pack ma’s zamma o“

Professor Dr. Fritz Wickenhäuser vom Bund der Selbständigen übersetzte in seinem anschließenden Grußwort den Begriff Kooperation mit „Pack ma’s zamma o“ ins Bayerische und erntete dafür Lacher und Kopfnicken. Dr. Anton Ganslmayer von der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern lobte die Vereinbarung als Frischzellenkur für eine eh schon lebendige Zusammenarbeit.

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Fehlende Lehrlinge heute sind fehlende Fachkräfte morgen

Der Geschäftsführer der Handwerkskammer, Dieter Vierlbeck, bestätigte, dass der demografische Wandel das Handwerk besonders hart treffe. „Die fehlenden Lehrlinge von heute sind die fehlenden Fachkräfte von morgen“, sagte er. Er freue sich über die Zusammenarbeit im Beratungszentrum und die damit verbundene Möglichkeit, qualifizierte Fachkräfte für das Handwerk zu bekommen. Bernd Becking von der Agentur für Arbeit in München äußerte den Wunsch, dass die Zusammenarbeit nicht nur ein Netzwerk von Partnern sein, sondern wie ein Uhrwerk laufen solle. Er wolle das Seine dazu tun. Insbesondere bot er für die berufliche Rehabilitation schwerbehinderter Soldaten die umfassende Unterstützung seiner Dienststelle an.

Johannes Jakobs-Woltering vom Arbeitskreis „Bundeswehr & Wirtschaft“ betonte, dass auch er alles tun werde, um das virtuelle Gebäude Beratungszentrum mit Leben zu erfüllen. Er habe ein Geschenk für SaZ 4 Mannschaften im Gepäck. Näheres wolle er jedoch erst bei der Gründung des regionalen Beratungszentrums in Regensburg verraten.

Das Holzbläserquintett des Gebirgsmusikkorps 10 aus Garmisch-Partenkirchen umrahmte die gelungene Veranstaltung mit beschwingter Musik. Beim anschließenden Stehempfang war in den Einzelgesprächen großer Enthusiasmus für die Arbeit des neuen Beratungszentrums zu spüren. Alle Beteiligten zeigten sich mit der Veranstaltung hochzufrieden. Weitere Beratungszentren werden noch 2010 in Karlsruhe, Kempten, Regensburg und Würzburg eingerichtet.


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Stand vom: 08.08.12 | Autor: WBV Süd


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