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Hoher Besuch aus aller Welt – Militärattachés beim Verpflegungsamt

Oldenburg, 23.05.2012, PIZ TerrWV.
Ungewöhnlicher Anblick im niedersächsischen Oldenburg: Rätselhafte Dienstgradabzeichen, olivgrüne Schirmmützen, sogar ein lilafarbenes Barett konnten am 23. Mai auf dem Gelände des Verpflegungsamtes der Bundeswehr gesichtet werden. Insgesamt 21 ausländische Militärattachés statteten dem Amt einen rund vierstündigen Besuch ab. Während ihres Aufenthaltes wurden die Soldaten aus aller Herren Länder, beispielsweise Portugal, Mexiko oder Albanien, mit Auftrag und Aufgaben des Verpflegungsamtes vertraut gemacht. Ein gemeinsames Mittagessen gehörte ebenso dazu wie Informationen zum Qualitätsmanagement oder die Besichtigung der Packanlagen.

Gruppenbild von etwa 20 Soldaten in unterschiedlichen Uniformen sowie einigen Zivilsten, darunter eine Frau
Gruppenbild mit Dame – Die Besucher und das Fachpersonal (Quelle: Bundeswehr/Klaus Sasse)Größere Abbildung anzeigen

Gut Ding will Weile haben: aufgrund einer Verschiebung ihres Fluges von Berlin nach Bremen trafen die 21 ausländischen Militärattachés mit dreistündiger Verspätung beim Verpflegungsamt in Oldenburg ein. Die hohen Offiziere und Diplomaten in einer Person folgten einer Einladung der Abteilungsleiterin Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), Ministerialdirektorin Alice Greyer-Wieninger. Organisiert und begleitet wurde die „Reise zur Wehrverwaltung 2012“ vom Militärattachéreferat SE I 4 des BMVg im Rahmen des Jahresprogramms für ausländische Militärattachés.

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Erst die Praxis, dann die Theorie

Da eine Termin- auch immer eine Planverschiebung mit sich bringt, begannen die Attachés nach der Begrüßung sofort mit dem „aktiven“ Teil des Besuchs: einem gemeinsamen Mittagessen. Hierbei konnten sich die Offiziere aus den USA, Russland, Israel, Brasilien und 17 weiteren Ländern bereits einen Eindruck von der Verpflegung der Bundeswehr machen, denn die Mahlzeit, bestehend aus Rinderrouladen mit grünen Bohnen, Serviettenknödeln, Spirellinudeln mit Bolognese-Sauce sowie Roter Grütze mit Vanillesauce wurde aus den Beständen der Gruppenverpflegung zubereitet. Anschließend wurden die Attachés in drei kurzen Vorträgen mit allen erforderlichen Informationen zum Verpflegungsamt versorgt.

Eine Gruppe Soldaten in unterschiedlichen ausländischen Uniformen sitzt an einem Konferenztisch und verfolgt einen Vortrag
Die Militärattachés verfolgen aufmerksam die Vorträge (Quelle: Bundeswehr/Klaus Sasse)Größere Abbildung anzeigen

Zunächst stellte Regierungsamtsrat Mark Niclaus, Sachgebietsleiter des Zentralen Dienstes, die Aufgaben des Verpflegungsamtes vor. Anschließend erläuterte Diplom-Ökotrophologin Jessica Lübben die verschiedenen Aspekte des Qualitätsmanagements in puncto Verpflegung und schloss mit dem Leitsatz „Qualität ist, wenn der Kunde zurück kommt, und nicht das Produkt!“ Zum Schluss sprach Abteilungspräsident Peter Hauck, Leiter der Abteilung IUW der Wehrbereichsverwaltung Nord, über den Zuwachs an Aufgaben und Zuständigkeiten für das Verpflegungsamt im Rahmen der Neuausrichtung. Hierbei umriss er die zukünftige Bedeutung des Amtes mit der Stellung des seines Leiters: „Derjenige ist dann rechtlich für alles verantwortlich, was jeder einzelne Koch in der Truppenküche kocht.“

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Einmannpackung – erst besichtigt, dann mitgenommen

Nach diesem „schneidigen Ritt durch die Thematik“, wie der Leiter des Militärattachéreferats im BMVg, Oberst i.G. Martin Hein, anerkennend kommentierte, besichtigten die ausländischen Gäste die Packanlagen für Gruppenverpflegung und Einmannpackungen. Hier begaben sich die Soldaten in einen regen Dialog mit den Experten des Amtes, die an der Führung teilnahmen. Die Themen waren breit gestreut, von der Funktionsweise der Anlage über den Arbeitseinsatz bis hin zu allgemeinen Betrachtungen. So zeigte sich der finnische Oberstleutnant Kimmo Tarvainen beeindruckt von der straffen Zentralisierung der Aufgaben: „In Finnland ist die Versorgung der Streitkräfte mit Verpflegung fast vollständig privatisiert. Wenn dort ein Problem auftritt, dann zumeist gleich an mehreren Stellen.“

In einem Lager schauen mehrere Soldaten in ausländischen Uniformen einer Frau in zivil zu, die im Vordergrund Packarbeiten verrichtet
Über die Schulter geschaut – Besichtigung der Packanlage (Quelle: Bundeswehr/Klaus Sasse)Größere Abbildung anzeigen

Bei der anschließenden Verabschiedung dankte der japanische Oberst i.G. Kobashi Fumiyuki im Namen der Gruppe für einen ansprechenden und lehrreichen Nachmittag. Niclaus wiederum bedankte sich für das große Interesse der Gäste und kündigte die Übergabe je einer Einmannpackung pro Teilnehmer für die Abfahrt an. Eigentlich als Geschenk und Erinnerung gedacht, könne die Einmannpackung aber vielleicht noch anderweitig wichtig werden: „Falls der Rückweg etwas länger dauern sollte“, spielte er zum Abschluss des Besuchs bei der Wehrverwaltung diplomatisch auf die verzögerte Anreise an.

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Ausländische Militärattachés in Deutschland

Militärattachés gehören zum diplomatischen Korps, sie vertreten ihr Land in allen militärischen und militärpolitischen Fragen. Sie beraten ihren Botschafter und ihre Regierung zu Verteidigungs- und Rüstungsfragen des Landes, in das sie entsandt werden, sind Ansprechpartner für eigene wie fremde Streitkräfte. Sie nehmen an Konferenzen und Truppenbesichtigungen teil und erstellen Analysen und Lagebeurteilungen.

Die „diplomatischen Offiziere“ werden im Bundesministerium der Verteidigung durch das Militärattachéreferat SE I 4 betreut. Es versteht sich als „Dienstleister“ und möchte den ausländischen Gästen mit seinem jährlichen Besuchsprogramm drei Facetten des Gastgeberlandes Deutschland näher bringen: die Bundeswehr mit ihren militärischen und zivilen Einrichtungen, Land und Leute sowie Aspekte der deutschen Wehrindustrie. Darüber hinaus bearbeiten die Offiziere des Referates auch individuelle Besuchsanfragen der Attachés und vermitteln weitere Ansprechpartner.

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Stand vom: 20.08.12 | Autor: 


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