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Girls' Day 2011: Quattro Stazioni oder unterwegs mit der Spiegelreflex

Bonn, 14.04.2011, PIZ TerrWV.
Es ist einfach eine Erfolgsgeschichte: Es ist Girls' Day, das Bundesamt für Wehrverwaltung (BAWV) ruft und die Mädchen kommen. So auch in diesem Jahr, als am 14. April der bundesweite Girls' Day, der "Mädchen-Zukunftstag" des Jahres 2011, stattfand und knapp 100 Mädchen ins Bonner Bundesamt kamen, um sich einen Tag lang in der Berufswelt rund um die Bundeswehr umzusehen.

Mann im Anzug am Rednerpult stehend
Freute sich auch in diesem Jahr über die Beteiligung: Präsident Matthias Leckel (Quelle: Bundeswehr/Mandy Holzbrecher)Größere Abbildung anzeigen

Am Anfang ist das Wort. So auch in der Kantine des Gebäudes 6 der Ermekeilkaserne am frühen Morgen: Pünktlich um acht Uhr gab der Präsident des BAWV, Matthias Leckel, mit einer herzlichen Begrüßung den Startschuss und schilderte den Mädchen schon mal, was sie so zu erwarten hätten: Mitten in die Studios der Informations- und Medienzentrale des Streitkräfteamtes in Sankt Augustin sollte es gehen, dann gab es die Chance, den Feuerwehrleuten bei der Flugbereitschaft BMVg in Wahn über Schlauch und Schulter zu gucken und last but not least sollte in der Zentraldruckerei auf der Bonner Hardthöhe zugesehen werden, wie etwa eine Broschüre bis zum Druck entsteht. Dass ein „leibhaftiger“ Staatssekretär plötzlich da auftauchen sollte, darf jetzt schon verraten werden. Ein besonderes Schmankerl war für Fotobegeisterte angesagt: Ein Foto-Workshop mit Bundeswehr-Uniformen als Motiv.

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Zehn Jahre des Erfolgs

Eva Zänker, Stellvertreterin der Gleichstellungsbeauftragten des Amtes, machte den Mädchen klar, welche Erfolgsgeschichte dem Girls' Day in Deutschland zu Grunde liegt. Als sie 2001 den ersten Girls' Day erlebt habe, seien gerade mal 1.100 Mädchen dabei gewesen, im vergangenen Jahr seien es 123.000 gewesen und 9.600 Einrichtungen hätten für den Erfolg gesorgt. Girls' Day, so Zänker, sei ideal, um Ideen für eine spätere Berufswahl zu generieren.

Der Leiter des Presse- und Informationszentrums, Jürgen Quensell, dessen Nachwuchswerber diesen Tag organisiert hatten, freute sich nahezu diebisch, dass die Mädchenrunde auf Nachfrage sein Urteil über das Internet bestätigte: Keine von ihnen war über Printprodukte auf den Girls' Day im Bundesamt aufmerksam geworden, allesamt waren im Internet auf das Angebot gestoßen.

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Workshop für Bilderfreundinnen

Mädchen fotografiert mit Spiegelreflexkamera, im Hintergrund Uniformjacken auf Kleiderbügeln
Foto-Workshop in der Kleiderkammer (Quelle: Bundeswehr/Mandy Holzbrecher)Größere Abbildung anzeigen

Zehn Mädchen waren es, die an einem Fotografie-Workshop teilnahmen, der von den Redaktionen des Presse- und Informationszentrums der Territorialen Wehrverwaltung veranstaltet wurde. Hierfür wurden Erfahrungen in der Redaktion einer Schülerzeitung und Spaß am Fotografieren vorausgesetzt. Nach kurzer Einweisung in die technischen Grundlagen der Fotografie durch Mediengestalterin Jenny Bartsch sowie Online-Redakteurin Mandy Holzbrecher, ging es für die Mädchen zur LH Bw, der Bekleidungsgesellschaft der Bundeswehr.

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Foto-Termin in der Kleiderkammer

Vier Mädchen in Zivilkleidung mit jeweils unterschiedlichen militärischen Kopfbedeckungen
Für jeden Anlass die passende Kopfbedeckung (Quelle: Bundeswehr/Mandy Holzbrecher)Größere Abbildung anzeigen

In der Servicestation Bonn der LH Bw, im Soldatenjargon gerne auch als „Kleiderkammer“ bezeichnet, konnten die Mädchen nach einem kleinen Rundgang mit Stationsleiterin Andrea Hupka ihre fotografischen Kenntnisse direkt vor Ort umsetzen. Die potentiellen Reporterinnen von morgen produzierten in zwei Gruppenarbeiten jeweils eine „Foto-Story“ rund um die Bekleidung der Bundeswehr. Die Mädchen hatten viel Spaß beim Anprobieren der für sie völlig neuen Uniformteile, besonders wenn es sich um Übergrößen handelte.

Besonderes Interesse riefen die verschiedenen Kopfbedeckungen hervor, die sofort samt und sonders anprobiert wurden. Reichlich erstaunt begab man sich auch auf die Pfade der Marine-Bekleidung. Von „Echt cool!“ bis „So etwas hab ich ja noch nie gesehen!“ reichten beispielsweise die Kommentare zur Klapphose der Mannschaftsdienstgrade, die lediglich mit einer Knopfleiste geschlossen wird. Die Ergebnisse des „Foto-Shootings“ beider Gruppen können unter nebenstehenden Links angesehen werden.

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Acht Mädchen stehen in einem Fernsehstudio
Nicht Deutschland sucht den Superstar – aber die Pose stimmt (Quelle: Bundeswehr/Markus Rott)Größere Abbildung anzeigen

Die Medienmacher von Sankt Augustin

„Dieser Morgen ist für Euch, nicht für uns.“ So begrüßte Oberst Klaus Bücklein die Mädchen in der Informations- und Medienzentrale in Sankt Augustin. Bücklein ist Leiter dieser Abteilung des Streitkräfteamtes. Ihm steht ausgezeichnetes und hervorragendes Personal zur Seite, um nicht nur den Medienmix der Bundeswehr zu produzieren.

Um die Mädchen, die nicht einen Schimmer davon hatten, dass die Bundeswehr über derartige Produktionsstätten, beispielsweise für Film und Fotografie verfügt, zeigten sich aber in diesem Ambiente schnell völlig aufgeschlossen. Laura Derkum und Anna Ziemann, aus dem Bonn nahen Bornheim, waren sogar ein wenig begeistert: „Hinter derartige Kulissen zu schauen ist doch einfach toll.“ Dass sie zu diesem Urteil kamen, war sicherlich der Expertenschar geschuldet, die sich intensiv um die Mädchen kümmerten. Beispielsweise Kapitänleutnant Kerstin Zimmermann, Öffentlichkeitsarbeiterin und Jugendoffizier, dann Redakteurin Karen Haak, die den Mädchen die Scheu vor der Kamera nahm oder Fotograf Markus Rott, der ihnen zeigte, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem fotografierten Rohmaterial in der Kamera und dem tatsächlich herausgegebenem Foto. Jetzt war Zeit für das Lunchpaket.

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Wenn Wasser marsch, dann Wasser marsch

Vorne ein Mädchen, hinten ein Mann, beide halten einen Feuerwehrschlauch
Helfende Hände und helfendes Wasser (Quelle: Bundeswehr/Manuela Rogowsky)Größere Abbildung anzeigen

Das war eine klare Konfrontation mit einem Männerberuf. Die stattlichen Kerle tragen Schutzkleidung, sehen nicht nur muskulös aus und üben obendrein einen der gefährlichsten Jobs aus: Sie sind Feuerwehrleute der Bundeswehr und sie gehen ihrem Job auf dem Flughafen in Köln/Bonn nach. Ob schwere Atemschutzgeräte, die allein schon beim Beschauen Zweifel über ihre Praktikabilität aufkommen lassen oder tonnenschwere Fahrzeuge, die in zwei Minuten über 14.000 Liter eines Wasser-Schaum-Gemischs freigeben und damit ein brennendes Flugzeug löschen können – kurzum: die Mannschaft von Brandoberamtsrat Christoph Bücker zeigte sich von ihrer taffesten Seite.

Dafür sind sie auch lange ausgebildet worden. Bevor sie hier auf dem Flughafen den Schlauch halten dürfen, vergehen alleine 18 Monate. Davon alleine neun bei den Elementen der ABC/Se-Schule in Stetten am Kalten Markt.

Anja Schwarzkopf aus Sinzig zeigt sich schwer beeindruckt, nachdem sie im Führerhaus eines MAN-Ziegler Riesen Platz genommen hatte und die Funktionen des Systems selbst einmal abrufen konnte. Doch all das konnte sie nicht dazu bringen, darüber nachzudenken, vielleicht einmal das Berufsziel Feuerwehrmann anzustreben. „Beeindrucken ist das auf alle Fälle. Aber eher nichts für mich.“, lautet ihr Kommentar. Ob dieser Tag bei der Bundeswehr generell nichts war? „Auf keinen Fall. Auf den Internetseiten der Bundeswehr werde ich mich weiter informieren. Das ist schon mal sicher.“

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Schwarze Kunst ist keine Kunst

Hoch oben überm Rheintal zu Bonn, auf dem Hardtberg und damit auf der Hardthöhe, sind das Verteidigungsministerium und weitere Dienststellen der Bundeswehr angesiedelt. Darunter auch das Referat ZA 9 des Bundesamtes für Wehrverwaltung. Dieser Organisationseinheit gehören beispielsweise die Zentraldruckerei und die dafür notwendige Druckvorstufe an. In der sogenannten Druckvorstufe werden alle Arbeiten getätigt, die ein Printprodukt zur sogenannten Druckreife bringen. Gitta Becker und ihre Kollegen zeigten das den Mädchen. Heinz-Peter Schmitz und Kollegen zeigten dann in der Druckerei, welch langer Weg zurückzulegen ist, bis ein gedrucktes Erzeugnis in den Händen gehalten werden kann.

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Ein Staatssekretär schaut vorbei

Das war eine Ansage. Mit den Worten „Ihr wisst nicht, wer ich bin, aber das ist doch total egal“, führte sich Staatssekretär Stéphane Beemelmans bei den Mädchen per Handschlag ein. Die wären natürlich in ihrem Alter etwas überfordert gewesen, die hierarchische Bedeutung eines Staatssekretärs zu erkennen. Aber gleichwohl waren sie schnell bereit zu einem gemeinsamen Foto Aufstellung zu nehmen. Beemelmans hatte sich spontan entschlossen, den kurzen Fußweg zwischen seinem Büro und der Druckerei in Angriff zu nehmen, um den Mädchen seine Aufwartung zu machen. „Ich hätte gedacht, wir sehen hier mehr Soldaten“, beschied eine junge Dame dem Staatssekretär auf seine Frage hin, wie es ihr denn hier so gefalle. Dass man allerdings auch als Frau und in Zivil bei der Bundeswehr Karriere machen könne, machte er den Mädchen deutlich. Als Beispiel führte er seine Büroleiterin an, die es in eine hoch verantwortliche Position geschafft habe.

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Bundeswehr mag den Girls' Day

Die Bundeswehr mag den Girls' Day. Anders lässt sich das Engagement in der Fläche seit Jahr und Tag kaum bezeichnen. In diesem Jahr machten 212 Dienststellen aus allen Organisationsbereichen mit, angemeldet hatten sich knapp 8000 Teilnehmerinnen. Den Zugang zu den Adressen fanden die Mädchen über eine zentrale Homepage, von der aus Veranstalter in der Wohnort- oder Schulnähe zu finden waren. Das BAWV war immerhin der größte Anbieter der Wehrverwaltung bundesweit.

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Stand vom: 08.08.12 | Autor: 


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