Farbenfroher Neubau in Havelberg
Havelberg, 13.10.2010, WBV Ost.
Beim Betreten der Liegenschaft der Elb-Havel-Kaserne in Havelberg sticht einem das türkisgrüne, an eine Welle erinnernde, Gebäude im Zentrum der Liegenschaft ins Auge, das auf einem militärischen Gelände nicht unbedingt zu erwarten ist. Bei dem Neubau handelt es sich um das neue Betreuungsgebäude für die in Havelberg stationierten Soldaten, das am 13. Oktober durch den Präsidenten der Wehrbereichsverwaltung Ost, Heinrich Michael Schrömbgens, und dem Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Karl-Heinz Daehre, feierlich übergeben wurde.

Minister Daehre erläuterte den Neubau, der neben seiner ungewöhnlichen Außenfarbe im Innern durch rote und grüne Farbgebung an den Wänden und Möbeln besticht, bei der feierlichen Gebäudeübergabe: „Das Gebäude darf ruhig als Skulptur verstanden werden, Parallelen zu einer Welle sind erlaubt. Es wurde in Stahlbetonweise errichtet und ganz bewusst ein Farb- und Materialkontrast zur umliegenden Bebauung gewählt. Mit diesem Material- und Farbkontrast im Innen- und Außenbereich soll der Studien- und Freizeitcharakter des Gebäudes hervorgehoben werden.”

Kunst am Bau in Havelberg
Nach dem inzwischen schon traditionellen Banddurchschnitt wurde der Neubau von den Gästen und seinen künftigen Nutzern auch von innen besichtigt und bestaunt. Das zweigeschossige Betreuungsgebäude vereint im Erdgeschoss das Mannschaftsheim, das Unteroffiziersheim und das Offiziersheim. Zudem sind ein Internetcafé und eine Bibliothek untergebracht. Im Obergeschoss befinden sich drei große Unterrichtsräume für jeweils 90 Personen. Besondere Aufmerksamkeit fiel der Kunst am Bau zu, welche von zwei Künstlern aus Sachsen-Anhalt gestaltet wurde. Portraitfotos und abstrakte Malerei gingen als Sieger aus einem Wettbewerb hervor.

Und es wird weiter gebaut
Das Betreuungsgebäude mit seinen 1.033 Quadratmetern Hauptnutzfläche ist ein Weiteres der Großen Neu-, Um- und Erweiterungsbauten in Havelberg, die im Auftrag der Wehrbereichsverwaltung Ost errichtet werden. Allein die Bauleistungen für das Betreuungsgebäude betrugen rund 4,2 Millionen Euro. Diese wurden öffentlich ausgeschrieben. Von den 23 beauftragten Firmen kommen 15 Firmen aus Sachsen- Anhalt. Über sechs Millionen Euro beträgt das Bauvolumen für das neue Unterkunftsgebäude in der Kaserne, für das am selben Tag Richtfest gefeiert wurde.

Der neue Unterkunftsstandard hält Einzug
Nach dem Richtspruch des Zimmermanns Nicole Höfer und dem symbolischen Einschlagen der letzten Nägel in den Dachstuhl ergriff Ministerialrat Norbert Brauner aus dem Bundesministerium der Verteidigung das Wort und dankte allen an dem Bau des Unterkunftsgebäudes Beteiligten für die bisherigen Leistungen. Die Anwesenheit von Landesministers beurteilte er als „besondere Wertschätzung und Verbundenheit der Landesregierung Sachsen-Anhalts mit der Bundeswehr”
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Bei dem Unterkunftsgebäude handelt es sich um ein Pilotprojekt der Bundeswehr für den neuen Unterkunftsstandard. Die wesentlichen Merkmale dieses neuen Unterkunftsstandards bestehen in der Errichtung von sogenannten Wohneinheiten. Beim Neubau besteht eine Wohneinheit aus zwei Unterkunftsräumen, die jeweils mit bis zu zwei Soldaten belegt werden können. Zwischen diesen beiden Räumen befindet sich eine Nasszelle mit Toilette und Dusche, die von beiden Unterkunftsräumen aus betreten und gemeinsam benutzt werden kann. Der Neubau in Havelberg wird später in 83 Wohneinheiten Platz für bis zu 332 Soldaten bieten. Die Fertigstellung wird für Juni 2011 erwartet.
Bundeswehr bleibt Wirtschaftsfaktor in der Region
Mit den beiden Neubauten in Havelberg stärkt die Bundeswehr nach wie vor die Wirtschaft in der Region, wurden doch allein bei dem Betreuungsgebäude über die Hälfte der Aufträge an Unternehmen mit Sitz in Sachsen-Anhalt vergeben. Mit einem Blick in die Vergangenheit wird der Wirtschaftsfaktor Bundeswehr noch offensichtlicher: Die Bundeswehrverwaltung hat im Zeitraum von 1991 bis 2009 für die Bauunterhaltung und Baumaßnahmen rund 81 Millionen Euro in die Kaserne in Havelberg investiert.




