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Im Zeichen deutsch-französischer Freundschaft – 50 Jahre Bundeswehrverwaltungsstelle Fontainebleau

Fontainebleau, 18.11.2008, PIZ TerrWV.
Mit einem Festakt im Städtischen Theater von Fontainebleau ist am vergangenen Dienstagabend das 50-jährige Bestehen der Bundeswehrverwaltungsstelle in Frankreich begangen worden. Nach einführenden Klängen eines Streichquartetts der Garde Republicain der französischen Streitkräfte hieß Regierungsoberamtsrätin Dorothee Schönen als Leiterin der Dienststelle Prominenz deutscher und französischer Zunge willkommen. Genannt seien der Schirmherr des Festtages, Präsident Matthias Leckel vom Bonner Bundesamt für Wehrverwaltung, und die Leiterin der Abteilung Wehrverwaltung, Infrastruktur und Umweltschutz im Verteidigungsministerium, Ministerialdirektorin Alice Greyer-Wieninger, die die Festrede vor den rund 200 Gästen auf französisch hielt.

Fotograf steht auf einer Leiter und fotografiert die Mitarbeiter auf der Bühne des Theaters
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einen Blick (Quelle: Bundeswehr/Mandy Holzbrecher)Größere Abbildung anzeigen

Greyer-Wieninger wies darauf hin, dass sich die Territoriale Wehrverwaltung derzeit, genau wie die Streitkräfte, in einem intensiven Transformationsprozess befinde, um die neuen, komplexen und gestiegenen Anforderungen an die Bundeswehr erfüllen zu können. Oberstes Ziel bleibe es weiterhin, dem militärischen Bedarfsträger die gewohnten Serviceleistungen zuverlässig und kosteneffizient zur Verfügung zu stellen – im Inland, an den Auslandsstandorten der Bundeswehr sowie in den Einsatzgebieten.

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Die beiden Generale im Gespräch während des Empfangs im Theatersaal
Brigadegenerale Jacques Renaud (rechts) und Georg Nachtsheim (Quelle: Bundeswehr/Mandy Holzbrecher)Größere Abbildung anzeigen

Kräftiger Akzent in den deutsch-französischen Beziehungen

Versetzt man sich zurück in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, setzt die Gründung der Bundeswehrverwaltungsstelle einen kräftigen Akzent in den deutsch-französischen Beziehungen. Und dies 13 Jahre nach einem Krieg, der Frankreich für fünf Jahre unter eine bittere deutsche Besetzung zwang. Aber die Welt hatte sich geändert. Der französische Weltkriegsheld, General Charles de Gaulle, war gerade Staatspräsident geworden. Die so genannte Fünfte Republik begann ihre Epoche, die unter anderem von deutsch-französischer Aussöhnung bestimmt war. Auf Seiten Frankreichs gaben Charles de Gaulle und auf deutscher Seite Konrad Adenauer dieser Aussöhnung das Gesicht.

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Die Beteiligten haben in der ersten Reihe des Theaters Platz genommen
Dorothee Schönen neben Ehemann Ralf und Präsident Leckel (rechts) (Quelle: Bundeswehr/Mandy Holzbrecher)Größere Abbildung anzeigen

Entstehung in spannender Zeit

Die Bundesrepublik Deutschland selbst war 1955 Mitglied der NATO geworden, die in den Anfangsjahren bis 1966 ihren militärischen und politischen Sitz in Paris hatte. So hatten die ersten Angehörigen der Wehrverwaltung in Fontainebleau, später Avon dann wieder Fontainebleau, zunächst die deutschen NATO-Angehörigen mit und ohne Uniform zu versorgen. Nach dem Auszug Frankreichs aus der militärischen Integration des Bündnisses waren es dann die deutschen Soldaten, die in Frankreich ihren Dienst versahen, denen der Service der Männer und Frauen der Bundeswehrverwaltungsstelle galt.

Heute ist die 45 Mitarbeiter zählende Dienstelle für die Versorgung und Betreuung deutscher Soldaten in Frankreich, Spanien und Portugal zuständig. Mit ihren Außenstellen in Straßburg (Eurokorps), Le Luc en Provence (Heeresfliegerausbildungszentrum „Tiger“) und ihren Regionalbüros in Madrid und Lissabon ist sie nach der Einrichtung in den USA die flächenmäßig größte dieser Art: Verständlich, dass eine große Sprachmittlergruppe zur Dienststelle gehört.

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Die Beteiligten im Gespräch während des Empfangs im Theater der Stadt
Alice Greyer-Wieninger mit Jean-Alec Ducros, Beigeordneter der Stadt Fontainebleau (Quelle: Bundeswehr/Mandy Holzbrecher)Größere Abbildung anzeigen

Die Herzkammer Europas bedarf der besonderen Pflege

Einen Blick auf Gegenwart und Zukunft des Verhältnisses der beiden Nachbarn diesseits und jenseits des Rheins warf Alice Greyer-Wieninger in ihrer Ansprache: „Auch wenn die deutsch-französischen Beziehungen eng und vertrauensvoll sind und als Herzkammer Europas bezeichnet werden können, so bedürfen sie auch in Zukunft unserer besonderen Pflege. Dies schließt den Dialog zwischen unseren beiden Ländern über eine mögliche weitere Intensivierung in Richtung einer gemeinsamen Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik mit ein“, sagte Greyer-Wieninger. Dafür sei eine wichtige Grundlage mit den zahlreichen Verbindungs- und Austauschoffizieren und den realisierten bilateralen Projekten wie dem Heeresfliegerausbildungszentrum, der Deutsch-Französischen Brigade und dem Eurokorps bereits geschaffen worden.

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56 Abkommen im Blick

Dr. Joachim Buck, Leiter der Verwaltungsstelle von 1974 bis 1977, warf einen Blick auf das Zusammenleben von Deutschen und Franzosen in Fontainebleau. In der bedeutenden Militärstadt habe man sich immer wohl gefühlt, es habe stets ein positives Miteinander gegeben. Dass die deutsch-französische Arbeitswirklichkeit dabei von einer Vielzahl von Verträgen geprägt war, daran erinnerte sich Buck ebenso. Allein 56 Abkommen hätten er und seine Mitarbeiter im Blick gehabt.

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Im Bild eine Dame und zwei Herren der Arbeitsgruppe im Gespräch mit dem Präsidenten
Präsident Matthias Leckel bei einer Arbeitsgruppensitzung (Quelle: Bundeswehr/Mandy Holzbrecher)Größere Abbildung anzeigen

Kompetente Mitarbeiter

Im Blick hatte der Präsident des Bundesamtes für Wehrverwaltung, Matthias Leckel, bei einem Besuch der Verwaltungsstelle am Tag nach den Feierlichkeiten, die konkrete Arbeit vor Ort. Die gerade tagende Arbeitsgruppe zum Thema „Nebengebührnisse“ und Wohnungsfürsorge, führte ihm klar vor Augen, wie unterschiedlich zu Deutschland der Wohnungsmarkt in Frankreich, Spanien und Portugal organisiert ist. „Wer heute noch von einer Service-Wüste Deutschland spricht, hat noch keine Erfahrungen mit dem Wohnungsmarkt in Spanien gemacht“, klärte der Verwaltungsbeamte aus Madrid seinen Präsidenten auf. Sein Kollege aus Lissabon in Portugal wusste von Mieten zu erzählen, die schon die 2000-Euro-Grenze überschritten. Auch was den Umgang mit Maklern anbeträfe, könne man kaum auf seine Erfahrungen in Deutschland bauen.

Dass die Bedeutung des Internets hinsichtlich der Wohnungssuche drastisch gestiegen sei, das war auch für Matthias Leckel nichts eigentlich Neues. Dem Präsidenten merkte man aber deutlich an, dass er mit der Kompetenz der Mitarbeiter äußerst zufrieden war.

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Stand vom: 08.08.12 | Autor: Dietmar Buse


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